12
Okt
2006

Also eigentlich passt das nicht...

Ich glaube, jede Familie besitzt so ein Teil, dass passt überhaupt nicht zu ihrem Stil. Aber nu ist nun mal da und deswegen bleibt's da auch und wird als Familienstück in das Leben integriert.

Bei einem befreundeten Pärchen von uns ist es ein riesiger, dunkler, unmöglicher Eichenschrank. Den haben sie nun schon seit vielen, vielen Jahren. Sie finden ihn potthässlich, aber weil's ständig an Geld mangelt, steht er immer noch im Wohnzimmer. Dieses Ungetüm. Vollkommen deplatziert. Einfach unpassend.

Wir haben auch so ein "Ding". Unser Auto. Es ist ein Ford Mondeo Kombi in irgend so einer Polar-Silber-Blau-LiLa-Farbe, undefnierbar wie ich finde.
Dieses Auto fahren wir nun schon seit acht Jahren. Es gehört zu uns, aber es passt nicht zu uns. Keiner von uns beiden Fahrern identifiziert sich mit diesem Familienwagen. Und nach dem ich es heute nach einem Jahr zum ersten Mal wieder gründlichst gesäubert habe, würde ich sagen, dieses Auto wird auch definitiv nicht von seinen Besitzern geliebt. Anscheinend betrachten sie es lediglich als Nutzfahrzeug. Es bringt sie von A nach B. Aber mehr auch nicht.

Der Mann an meiner Seite gestand mir von einiger Zeit sogar, dass er sich eigentlich schämt, wenn er mit diesem Auto zur Arbeit fahren muss.

Na ja, jetzt muss er sich wenigstens nicht mehr ganz so fürchterlich schämen. Es blitzt nämlich wieder, nach dem ich viermal den Sauger an der Tanke mit 'ner Münze vollgestopft habe, durch die Waschanlage gefahren bin, eine Rolle Kleenex verschwendet habe, um mit etlichen Millilitern Glasreiniger die Fenster von innen zu putzen, diverse Papierchen eingesammelt, die kleinen Mülleimer ausgeleert und zwei Eimer mit dreckigem Putzwasser in den Gulli gekippt habe. Nur die Kunststoffpolitur, die habe ich nicht wieder gefunden.

Ach so, warum ich das eigentlich heute nachmittag gemacht habe?
Weil so ein dämlicher Vogel auf die Windschutzscheibe gekackt hat,
und so beschissene Sachen, die passen einfach nicht zu uns.

Von den Omas und Opas...

Dieser Tage beschäftigt mich die Frage, welche Verantwortung eigentlich Omas und Opas gegenüber ihren Enkeln haben.

Meine Schwiegereltern sind dieser Tage in die Ferne gezogen, ohne ein Wort, ohne sich von uns zuverabschieden. Am Anfang des Jahres gab es einen wirklich blödes Missverständnis zwischen ihnen und dem Mann an meiner Seite. Sie haben seit dem kein Wort mehr mit uns gewechselt, haben auf kleine Nachrichten unsererseits bislang nicht reagiert. Es war ihre Entscheidung den Kontakt zu uns abzubrechen, ob diese Entscheidung klug war, ich glaube es nicht, aber darum geht es mir gar nicht.

Als Eltern leben wir in der Vorstellung, dass unsere Kinder als Reisende für einen gewissen Zeitraum bei uns bleiben. Sie bekommen von uns alle lebensnotwendigen Fähigkeiten gelehrt und irgendwann ist es dann so weit, unsere Kinder lösen sich von uns ab. Wir lassen sie auch gerne ziehen, schließlich gewinnen auch wir dadurch jeden Menge neue Freiheiten. Ab und zu unterstützen wir unsere Großen - finanziell oder bei alltäglichen Schwierigkeiten, Renovierungen im Haus oder Taxifahrten, aber verantwortlich sind wir nicht mehr für das, was unsere Zöglinge machen. Im Gegenteil: Wir schauen ihrem Treiben gelassen zu und ab und an genießen wir ihre Nähe.
Dann bekommen die eigenen Kinder Nachwuchs und wir freuen uns mit ihnen. Wir werden Oma und Opa.

Meine Mutter meinte einst, als sie ihre ersten Enkelchen bekam, hätte sie sich sehr genau überlegt, was sie denn für eine Oma sein möchte. Damals beschloss sie für sich selber, nicht wie ihre eigene Mutter eine Oma zu sein, die den Enkelchen andauernd Süßigkeiten zustopft. Diese kleine Äußerung erklärte vieles, wie meine Schwester und ich fanden. Wir hatten uns schon sehr gewundert, warum die eigene Mutter immer mit leeren Händen zu ihren Enkelchen kam, so gar nicht Oma-like.

Als Oma und Opa genießen wir unsere kleinen Enkel und sind dankbar, dass wir die kleine Brut am Abend wieder dem eigenen Sohn, der eigenen Tochter in die Hand drücken können. Wir haben die übertragene Aufsichtspflicht nur für Stunden - und das finden wir auch gut so. Das ständige Sorgerecht liegt bei unseren eigenen Kindern und wir freuen uns darüber, wenn ihnen ihr erzieherischer Auftrag gelingt.

So weit haben wahrscheinlich auch meine Schwiegereltern gedacht. Und daran ist auch nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Ich wäre ihnen sehr böse gewesen, wenn sie mir in meine Erziehung reingepfuscht hätten. Haben sie aber nie. Nein, sie haben uns immer gelobt, was für prächtige Jungs wir denn hätten.

Nur eins haben sie vergessen: Das ihre Enkelchen eine emotionale Bindung zu ihnen aufgebaut haben. Es ist nämlich nicht so, dass man Kinder wie Gegenstände hin und herschieben kann. Nein. Für ihre Enkelchen sind sie von Bedeutung, sind sie wichtig. Und die konnten nicht verstehen, warum Oma und Opa einfach wegzogen, ohne sich von ihnen zu verabschieden.

Großeltern tragen nicht das Sorgerecht, nein, sie haben zunächst keinerlei Verantwortung gegenüber ihren Enkelkindern, aber wenn sie sich einmal in liebevoller Weise auf ihre Enkelchen eingelassen haben, tragen sie die soziale Verantwortung für die Beziehung, die sie zu ihren Enkelkindern aufgebaut haben.
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